{"id":64,"date":"2014-10-26T16:14:52","date_gmt":"2014-10-26T16:14:52","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgang-theodor-mueller.com\/?p=64"},"modified":"2014-10-26T16:56:37","modified_gmt":"2014-10-26T16:56:37","slug":"schatz-wir-muessen-reden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfgang-theodor-mueller.com\/?p=64","title":{"rendered":"Schatz, wir m\u00fcssen reden!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schatz, wir m\u00fcssen reden!<\/strong><\/p>\n<p>M\u00e4nner, wer von Euch hat bereits einmal diesen Satz von seiner besten aller Ehefrauen, Geliebten, Lebensgef\u00e4hrtinnen, oder wie man auch sonst seine sexuelle und partnerschaftliche Beziehungen nennen mag, geh\u00f6rt? Hand auf\u2019s Herz, wenn dieses nicht gerade in diesem Moment in die Hose gerutscht ist: Hast Du nicht das Schlimmste bef\u00fcrchtet? Hast Du nicht bereits gedanklich angefangen, Deinen Notfall-Koffer mit Bargeld, Rasierapparat, Notebook, privatem Terminkalender, Zahnb\u00fcrste und Unterhose zu packen? Gibt es etwas Schlimmeres f\u00fcr einen partnerschaftlich gesehenen bequem gewordenen \u201eCouchpotato\u201c als diese vier Worte? War denn nicht alles absolut in Ordnung in eurer Beziehung? Was kann Frau denn nur von einem wollen?<\/p>\n<p><strong>Frauen wollen reden, M\u00e4nner wollen fl\u00fcchten<\/strong><\/p>\n<p>Frauen wollen reden. Sie schlucken viel, halten zumeist l\u00e4nger an einer Partnerschaft fest, geben diesen immer wieder eine neue Chance \u2013 und M\u00e4nner bekommen diesen inneren Verzweiflungskampf oft \u00fcberhaupt nicht mit. Bis dann f\u00fcr sie wie aus heiterem Himmel Donner und Blitz und Ungemach \u00fcber sie hineinst\u00fcrzen mit diesen harmlosen Worten: \u201eSchatz, wir m\u00fcssen reden\u201c.<\/p>\n<p>Und dann sitzt man da als bislang stolzes Mannsbild mit schlotternden Knien und ziemlich kleinlaut und wartet darauf, dass \u201edie bessere H\u00e4lfte\u201c einem die Leviten liest. Im besten Falle kommt man nochmals mit einem blauen Auge davon, bekennt Reue und verspricht, k\u00fcnftig die Frau im Haushalt zu entlasten, den M\u00fclleimer ohne Murren und Knurren hinunter zu tragen und f\u00fcr die eigene Pulle Bier vor dem Fernseher zu sorgen.<\/p>\n<p>Und dann l\u00e4uft es sp\u00e4testens nach ein paar Tagen in den gewohnten Bahnen weiter. Man kann doch nicht anders. Mama ist schuld, die einen so erzogen hat. Papa ist schuld, weil er ihm\u00a0 immer vorgelebt hat, wer der Herr im Hause ist und dass kein Widerspruch geduldet wird. Alles war doch so prima \u2013 oder? Alles tanzt nach seiner Pfeife und er darf sich wie Pascha f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Hat er nicht genug getan f\u00fcr den Erhalt der Familie? Geht er nicht tagein &#8211; tagaus hart arbeiten f\u00fcr das bisschen Lohn? Hat er da nicht den Feierabend verdient? Was macht da schon die Frau? Das bisschen Haushalt \u2013macht man doch mit links &#8211; oder? Und die Kinder sind doch sowieso den ganzen Tag aus dem Haus. Kindergarten, Schule, Betreutes Lernen, drau\u00dfen spielen. Da hat die Frau doch keine Arbeit mit. Soll sich halt nicht so anstellen. Hat ja gewusst was auf einen zukommt, wenn man eine Familie gr\u00fcnden will. Wer wollte denn heiraten und Kinder kriegen? Der Mann doch nicht. Zumindest nicht so schnell.<\/p>\n<p><strong>Dein Leben als Doku-Show<\/strong><\/p>\n<p>Und so sitzen sie nebeneinander Abend f\u00fcr Abend und ziehen sich eine Doku-Show nach der anderen rein. Fremdes Leben. Ist ja auch spannender. Da kann man dann mitreden und \u00fcber die anderen herziehen. Das lenkt grandios von seinen eigenen Themen ab, und man kommt erst gar nicht auf die Idee, mal statt des Fernsehers einen gro\u00dfen Spiegel aufzustellen und dort hinein zu schauen.<\/p>\n<p>Man hat sich selbst degradiert zu einer irgendwie gearteten Zweckgemeinschaft. Wo ist die Liebe geblieben? Wo der Respekt gegen\u00fcber dem anderen? Und noch viel dramatischer: Wo sind alle die Tr\u00e4ume, die gemeinsamen Tr\u00e4ume geblieben?<\/p>\n<p>Noch schlimmer: Man l\u00e4sst sich selbst gehen. Man wertsch\u00e4tzt sich selbst nicht mehr, man liebt sich nicht mehr, man vergisst sich. M\u00e4nner vergessen sich sehr viel schneller als Frauen, Frauen nehmen sich l\u00e4nger wahr und leiden l\u00e4nger, im Stillen. Sinnentleerung auf unterschiedlichem Niveau. Boreout. Bis es ausbricht wie ein Vulkan mit den Worten: \u201eWir m\u00fcssen reden\u201c. Das w\u00e4re ein Chance &#8211; eine gro\u00dfe Chance, endlich miteinander zu reden statt gegeneinander. Zuh\u00f6ren statt dagegen anbr\u00fcllen. Die Sorgen, Gedanken, Befindlichkeiten ernst nehmen statt sie zu verharmlosen.<\/p>\n<p>Dabei muss man sich nicht immer einig sein. Aber den anderen Menschen achten in seinem Sosein. Sich einfach einmal auf den Stuhl des anderen setzen und ganz einfach wahrnehmen das Andersdenken und das Andersempfinden.<\/p>\n<p>Wir sind rund 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. 7 Milliarden Individuen; niemand gleicht dem Anderen. Wir sind einzigartig. Uns gibt es nicht ein zweites Mal. Das ist die Tatsache. Und jedes dieser Individuen hat seine eigene Geschichte, seine eigene Vergangenheit, seine Gegenwart und seine ganz individuelle Betrachtungsweise zur eigenen Zukunft. Jeder lebt seine Wirklichkeit. Und aus der Wirklichkeit wird gelebtes Leben. Und daraus entsteht die eigene Wahrheit, die so verschieden ist wie jeder einzelne Mensch einzigartig ist in diesem Universum. Diese milliardenfache, einzigartige Wahrheit zu erkennen und zu respektieren ist die Basis f\u00fcr eine gesunde, lebendige und respektvolle Partnerschaft und ein achtsames Miteinander mit allen anderen Wesen auf dieser Erde.<\/p>\n<p>Wir sind Individuen. Das hat die g\u00f6ttliche Sch\u00f6pfung so gewollt. Und wir sollen unsere Einzigartigkeit in allen Facetten leben und nicht st\u00e4ndig versuchen, uns den anderen anzugleichen, normal zu werden; von wem auch immer Normalit\u00e4t reklamiert wird. Wir sollen unsere vermeintlichen Schwachstellen annehmen und lieben. So wie wir unsere St\u00e4rken lieben und annehmen sollen und alles, was dazwischen ist. Dann\u00a0 &#8211; nur dann, bist Du in der g\u00f6ttlichen Eigenliebe.<\/p>\n<p><strong>Sieben\u00a0Milliarden Wahrheiten<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich anerkenne, dass jeder Mensch, dem ich begegne und der in mein Leben tritt, seine eigene Wahrheit hat und lebt, dann bin ich auch toleranter zu der Andersartigkeit meines Gegen\u00fcbers. Denn die vermeintliche Andersartigkeit bei meinem Partner findet nur in meinem Kopf statt mit meinen Bewertungen, die aus meiner eigenen Wahrheit gespeist werden. Nicht mehr und nicht weniger. Ich bin genauso andersartig und geheimnisvoll aus der Sichtweise aller anderen Menschen. Wie sollen sie wissen, was ich f\u00fchle, denke, bin? Wie willst Du wissen, wie alle anderen da drau\u00dfen f\u00fchlen, denken, sind? Es sind nur Annahmen, basierend auf meiner eigenen, individuellen Wahrheit. Nicht mehr und nicht weniger.<\/p>\n<p>Wenn ich diese Erkenntnis in mein Leben einlasse, integriere, danach lebe, dann bin ich gelassener und brauche zu meinem eigenen \u00dcberleben nicht mehr die Anerkennung, die Liebe, das Wohlwollen im Au\u00dfen. Alle diese nicht eben f\u00f6rderlichen Verhaltensmuster zwingen uns ja immer wieder dazu, zu beobachten, wie sich andere Menschen uns gegen\u00fcber verhalten. Wir mutma\u00dfen, was unser Partner gerade denkt, insbesondere \u00fcber uns. Dabei ist und bleibt es unsere eigene Geschichte, unser Kopfkino. Wir wollen doch alle nur geliebt werden. Das ist unsere gro\u00dfe Intension. Auch von unserem Partner, den wir so oft gar nicht verstehen. Und deshalb greifen wir an, werden aggressiv. Wir wollen quasi die Liebe erzwingen vom anderen und lassen uns dazu eine Menge Unsinn einfallen, die den anderen verletzen und entt\u00e4uschen. Aber uns selbst entt\u00e4uschen wir am meisten. Denn so werden wir immer nur einer zerbrechlichen, egoistischen Liebe hinterher hecheln. Das, was ich da von mir aus dann an Liebe gebe und auch empfange, ist dann nicht mehr bedingungslos. Sie ist nicht mehr rein im g\u00f6ttlichen Sinne.<\/p>\n<p><strong>Das eigene Liebest\u00f6pfchen auff\u00fcllen<\/strong><\/p>\n<p>Nur die Liebe, die in einem innewohnt, die gesunde Eigenliebe, nur die n\u00e4hrt, macht stark und empathisch im Au\u00dfen. Dieses Liebest\u00f6pfchen geh\u00f6rt als allererstes gef\u00fcllt. Und wenn dann ein liebendes Wesen Dir sagt, dass man dich liebt, dass du etwas gut gemacht hast, dann ist das nur das Sahneh\u00e4ubchen oben auf.<\/p>\n<p>Und dann, wenn Du danach strebst und lebst, dein eigenes Liebest\u00f6pfchen gef\u00fcllt zu halten, dann wirst Du auch in freudiger Erwartung der kommenden Unterhaltung entgegensehen, die eingeleitet wird mit den Worten: \u201e Schatz, wir m\u00fcssen reden.\u201c<\/p>\n<p>Dein Wolfgang T. M\u00fcller<\/p>\n<p><em>copyright 2014 by Wolfgang T. M\u00fcller.<br \/>\nNachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung und Quellenangabe<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Artikel ist auch erschienen in <a href=\"http:\/\/www.visionen.com\/index.php\/Rubriken\/Lebensgestaltung\/SCHATZ-WIR-MUeSSEN-REDEN!\" target=\"_blank\">&#8222;VISIONEN&#8220;, Ausgabe 05\/0214<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schatz, wir m\u00fcssen reden! 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